DIVERCITY - Sicherheit und Vielfalt im Quartier
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Begehung: Walk around your Hood

Interdisziplinäre (Stadt-)Räumliche Begehung als Handlungsansatz zur Sensibilisierung der subjektiven Sicherheit

Sich im Wohnumfeld sicher zu fühlen hat viele Ursachen. Dabei kann der Unterschied zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Sicherheitslage beachtlich sein. Ein Wohnquartier wird als unsicher wahrgenommen, wenn bestimmte Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dazu gehören baulich-planerische Mängel, wie zum Beispiel fensterlose Fassadenfronten oder zu enge Wegeführungen. Gleichzeitig spielen sozialräumliche Aspekte eine wichtige Rolle. Beispielsweise, wenn Mülleimer übervoll sind oder wenn eine Gruppe einen Raum dominiert.

Mit der interdisziplinären (Stadt)Räumlichen Begehung „Walk around your Hood“ können sowohl baulich-räumliche als auch sozialräumliche Aspekte erfasst werden, die das Sicherheitsgefühl stärken und aber auch negativ beeinflussen können. Die Zusammensetzung des Begehungsteams ist interdisziplinär. Je nach Problemstellung nehmen beteiligte VerantwortungsträgerInnen an der Begehung teil (Wohnungsunternehmen, kommunale VertreterInnen, Polizei, Soziale Arbeit, Müllabfuhr etc.). Diese sollen den Raum nicht nur als ExpertInnen begutachten, sondern anwaltlich die Interessen bestimmter Personengruppen vertreten, wie beispielsweise „kleiner Junge“, „junge Frau“, „ältere Person mit Rollator“ oder „Familienmensch mit Kleinkindern“.

Anhand eines Kriterienkataloges werden Qualitäten und Ordnungsstörungen in einem kleinräumigen Bereich eines Stadtteils festgestellt und im Konsens nach Lösungen gesucht.

Bild (c) LKA: Eine gemeinsame Begehung mit Stellvertreterrollen macht es den Teilnehmern leicht, räumliche Defizite in Bezug auf Sicherheit zu identifizieren.

Die gemeinsame Begehung dient dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch der beteiligten Akteure vor Ort und macht Netzwerkarbeit damit praxisnah und handhabbar.

Der gegenseitige Austausch der Expertinnen und Experten dient dazu, den Raum aus unterschiedlicher fachlicher Perspektive erfahrbar zu machen.

Das Instrument „Walk around your Hood“ wurde 2018 als deutscher Beitrag für den European Crime Prevention Award nominiert. Den hierzu im Dezember 2018 in Wien gehaltenen Vortrag finden Sie hier.

 

Aktueller Eindruck des Gebiets
Lesbarkeit und Orientierung
Räumliche An- und Zuordnung
Klarheit /territoriale Grenzen
Überschaubarkeit und Sichtbarkeit
Beleuchtung
Zugänglichkeit/ Zugangsbedingungen
Robustheit/ Widerstandsfähigkeit
Sichere Abstellmöglichkeiten
Notfall- und Evakuierungsmaßnahmen
Verkehrsanbindung und Wegeführung

 

 

Bilder: (c) LKA Niedersachsen

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