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Die Perspektive der Stadtforschung

Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen und dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen/Bremen arbeitet das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Projekt Sicherheit und Vielfalt im Quartier an Fragen zur urbanen Sicherheit und vertritt hierbei die Perspektive der Stadtforschung.

Die Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung haben sich in vielen Städten und Gemeinden in den letzten Jahren erheblich verändert: Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist gestiegen. Außen- und Binnenwanderung haben sich vergrößert. Städte und Gemeinden müssen mit Reurbanisierungsphänomenen umgehen. Während viele Kommunen sich in den letzten Jahren mit Schrumpfungsszenarien beschäftigt haben, wachsen viele Städte wieder. Dementsprechend gehören Neubauplanungen und flächenhafte Quartiersentwicklungen wieder zum kommunalen Handeln. Städte und Gemeinden müssen neue Integrationsaufgaben bewältigen. Nach den Jahren der Konsolidierung des Sparens und der Privatisierung werden wieder erhöhte öffentliche Investitionen getätigt. Sicherheitsaufgaben haben sich in den Städten und Gemeinden gewandelt. Diese Dynamiken der Stadtentwicklung haben auch in der Zusammenarbeit der Sicherheitsverantwortlichen für Veränderungen gesorgt: Im kommunalen Bereich muss eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure für die Sicherheit in den Städten und Stadtquartieren zusammenarbeiten. Sicherheit und Ordnung sind dabei nur für wenige Akteure Kernaufgabe, gehören aber für viele implizit oder explizit mit zu ihren Aufgabenfeldern – besonders dann, wenn es um Strategien und Maßnahmen der Prävention geht. Dadurch können sich bestehende Akteurskonstellationen und Aufgabenwahrnehmungen verändern.

An diesem Punkt setzt das Arbeitspaket des Deutschen Instituts für Urbanistik an: Kern des Teilvorhabens ist eine bundesweite mehrstufige schriftliche Befragung unterschiedlicher kommunaler Akteursgruppen mit expliziten und impliziten Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben in allen deutschen Städten mit 50.000 und mehr Einwohnerinnen und Einwohner, Experten- und Akteursinterviews auf kommunaler Ebene und Fokusgruppenarbeit.

Damit sollen:

  • kommunale Akteursstrukturen und ggf. Prozesse des institutionellen Wandels im Kontext von Sicherheit, Integration und Quartiersentwicklung identifiziert werden
  • Ansätze, Konzepte, Strategien und Maßnahmen zur Schaffung und Erhaltung sicherer (Wohn-) Nachbarschaften in deutschen Städten analysiert werden.
  • internationale Erfahrungen im Rahmen eines Fachgesprächs eingebunden werden.

 

Deutsches Institut für Urbanistik

Dr. Holger Floeting

Dr. Holger Floeting ist seit 1991 als Wissenschaftler am Deutschen Institut für Urbanistik, der Forschungs‐, Fortbildungs‐ und Informationseinrichtung für deutsche Städte und Gemeinden, in Berlin tätig. Er hat dort das Forschungsfeld „Urbane Sicherheit“ aufgebaut. Seine Forschungsthemen im diesem Bereich konzentrieren sich auf kommunale Akteure und Institutionen, Sicherheitstechnologien, Prävention und Sicherheitswahrnehmung. Er ist für die Konzeption und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für Führungs‐ und Fachpersonal aus Kommunen, Polizei, Kammern und Verbänden sowie Ratsmitgliedern im Themenfeld „Urbane Sicherheit“ verantwortlich.

 

Gabriel Bartl, Soziologe M.A.

Gabriel Bartl ist seit April 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Zuvor war er seit 2012 Teil der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Sicherheitsforschung an der Freien Universität Berlin, wo er neben diversen Lehrtätigkeiten am Institut für Informatik in zwei BMBF-Projekten im Rahmen der zivilen Sicherheitsforschung (SAFEST und ResilienTech) tätig war. Neben seiner Tätigkeit im Projekt Sicherheit und Vielfalt im Quartier promoviert Gabriel Bartl bei Prof. Wolfgang Bonß zum gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit am Beispiel der Wahrnehmung und Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen.

 

Niklas Creemers, Dipl. Soz.-Wiss.

Niklas Creemers ist seit April 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen des Deutschen Instituts für Urbanistik, der Forschungs‐, Fortbildungs‐ und Informationseinrichtung für deutsche Städte und Gemeinden. Nach seinem Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen arbeitete er am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin (TUB) als wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der Stadt-, Sicherheits- und Technikforschung. Zuletzt war er Stipendiat am DFG-Graduiertenkolleg „The World in the City“ am Center for Metropolitan Studies der TUB.

 

 

Kontakt:

Deutsches Institut für Urbanisitk
Dr. Holger Floeting / Gabriel Bartl / Niklas Creemers
Zimmerstr. 13-15
D-10969 Berlin

E-Mail: urbane-sicherheit@difu.de